KLIK e.V.

Solidaritätsbekundung von Frau Prof. Gerull von der Alice-Solomon Hochschule Berlin

Auch die Professorin für Soziale Arbeit der Alice-Solomon Hochschule in Berlin Susanne Gerull zeigt sich mit dem Klik solidarisch und kritisiert in ihrem Schreiben die Verdrängung des des Vereins aus der Torstraße. Darüber hinaus verdeutlicht sie die Bedeutsamkeit sowie Einzigartigkeit des Projekts Klik im Bereich der Wohnungslosenhilfe.

Wir danken für Ihre Unterstützung!

Gestriger Artikel in der Berliner Woche zum aktuellen Stand der Kündigung

Obdachlosenprojekt vor dem Aus: Keine Einigung nach Kündigung durch WBM

Der Verein für Wohnungslose Klik e.V. steht weiter vor dem Aus. Nach der Kündigung der Räume in der Torstraße 207 durch die Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) gibt es noch keine Lösung für das Projekt.

Den ganzen Artikel finden sie unter folgendem Link:

http://www.berliner-woche.de/mitte/bauen/obdachlosenprojekt-vor-dem-aus-keine-einigung-nach-kuendigung-durch-wbm-d119859.html

Aktueller Stand der Verhandlungen bezüglich der Kündigung des Mietvertrags durch die WBM

Hier ist die chronologische Entwicklung der Problemlage/ Schritte gegen die 
Kündigung unseres Mietvertrags durch die WBM nach zu verfolgen:
Stephan von Dassel (Bündnis 90/Die Grünen) sowie des Bezirksstadtrats für
Stadtentwicklung, Soziales und Gesundheit, Herrn Ephraim Gothe (SPD).

Bürgermeister von Dassel (Bü.90/die Grünen) hat daraufhin mit Schreiben
vom 14.12.2016 die Geschäftsführung der WBM um eine Darlegung der
Kündigungsgründe gebeten und um eine Zusammenarbeit hinsichtlich einer
tragfähigen Lösung zum Erhalt der Kontaktstelle im Bezirk Mitte geworben.
Die auf den 11.01.2017 datierte Antwort der WBM an den Bürgermeister
lautete, dass die Kündigung formal rechtens sei, dass nach Sanierung und
Modernisierung die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst werden
müssten und auch andere Mieter mit Zwischennutzungsverträgen im
Gebäudekomplex (Inselgalerie, Fraueninitiative Xanthippe e.V.) betroffen
sind.

15.12.2016
Schreiben des Beiratsvorsitzenden des KLIK e.V., RA Dr. Klaus
Jankowski, an die WBM­ Geschäftsführung, Fr. Geib/ Hr. Kowalewski sowie an
den Aufsichtsrat der WBM, Hr. Basse/ Fr. Dr. Sudhof (SPD), mit der Bitte,
KLIK im Anschluss an die Sanierungsarbeiten wieder einziehen zu lassen
oder alternativ geeignete Ersatzobjekte aus dem Bestand zur Verfügung zu
stellen.

Am 25.12.2016 sagte Herr Basse, per E­Mail die Unterstützung der WBM zu,
betonte jedoch, dass eine Lösung nicht in der „alleinigen
Verantwortungssphäre“ der WBM liege.
Antwortschreiben Fr. Dr. Sudhof, stellv. Aufsichtsratsvorsitzende WBM und
Staatssekretärin SenFin vom 12.01.17: Da die WBM ein
privatwirtschaftliches Unternehmen ist, unterliegt sie in operativen
Geschäftsangelegenheiten nicht dem Weisungsrecht ihres Gesellschafters
Land Berlin. Daher werde in den Vorgang nicht eingegriffen werden können.

05.01.2017
Gespräch WBM/ KLIK: Die Frage des KLIK­ Beiratsvorsitzenden ob
der Wiedereinzug nach Fertigstellung der Modernisierung denkbar sei, wenn
die wirtschaftlichen Rahmenbedingen des Vereins dies zuließen, wurde
verneint. Auftrag der WBM sei es, sozialen Wohnraum zu schaffen. Auch im
Bereich der nördlichen Torstraße würden Gewerbemieten zwischen 20 und 50
EUR/qm erzielt werden können. Geeignete Ersatzobjekte werde die WBM daher
wahrscheinlich nicht vorhalten können. Innerhalb von zwei Wochen solle der
Bestand aber gesichtet werden.

18.01.2017
Schreiben KLIK e.V. an WBM mit der Bitte um Zusendung von
Angeboten und Anfrage Gesprächstermin „ Runder Tisch“ zwecks Absprachen
hinsichtlich einer „nachhaltigen Sicherung sozialer und solidarischer
Strukturen“ in Mitte/ Torstraße.

18.1.2017
Einladung KLIK in die Sitzung des Integrationsausschusses der
BVV Mitte am 25.1.17 durch Dr. Christian Hanke

23.1.2017
Gespräch Senat Soziales/ Senat Stadtentwicklung mit WBM

24.1.2017
Antwort auf Schreiben des KLIK e.V. mit einem Angebot der WBM­
Memhardstraße 6, 4.OG, 166qm und ggf. Rathenower Straße 16 (Übertragung
durch die BIM steht noch aus); Zusage Runder Tisch und Terminvorschlag
7.2.17; (Besichtigung: Memhardstraße ist für Kontaktladen ungeeignet, da
von außen nicht sichtbar und zu klein, ggf. als Büros nutzbar, wenn in der
Nähe zusätzliche Erdgeschossräume für Kontaktladen gefunden werden).

24.01.2017
Schriftliche Anfrage des FDP Abgeordneten Thomas Seerig an das
Berliner Abgeordnetenhaus „Obdachlosenhilfe: Anspruch und Wirklichkeit“
zur Situation von und zu Hilfeangeboten für wohnungslose(n) junge (n)
Erwachsene (n), insbesondere wohnungslose (n) junge (n)
Unionsbürger*innen sowie zur Beurteilung der Arbeit des KLIK e.V.. Der
Senat antwortet in der Drucksache 18/10 333, er betrachte die soziale
Wohnraumversorgung, Bekämpfung von Wohnungslosigkeit und soziale
Ausgrenzung als Schlüsselaufgabe und Schwerpunkt seines
Regierungshandelns. Die für Jugend zuständige Senatsverwaltung werde in
Abstimmung mit dem Bezirk Kontakt zum Träger und der WBM aufnehmen alle
Unterstützungsmöglichkeiten zum Erhalt des Kontaktladens prüfen. 

25.1.2017
Vorstellung KLIK e.V. und Diskussion der Situation Kündigung
KLIK im Integrationsausschuss der BVV, Verabschiedung eines Antrags/
Ersuchens ans BA: Es sollen konkrete Schritte zur Standortsicherung
unternommen werden, Kündigung solle ausgesetzt werden, bis eine geeignete
Übergangsimmobilie gefunden worden ist; WBM soll Räumlichkeiten im
Anschluss an die Baumaßnahmen KLIK wieder zur Verfügung stellen; sollte
dies nicht möglich sein, Unterstützung von KLIK geeignete Räume zu finden
und Mietvertrag abzuschliessen; Intervention bei SenBJW und SenIAS zwecks
Zuwendung

7.2.2017
Runder Tisch, veranstaltet von KLIK, Inselgalerie und
Stadtteilkoordination Brunnenstraße Süd mit WBM, Bezirksbürgermeister vonDassel 
und BVV­ Mitgliedern der Fraktionen der Linken, Bündnis 90/ Die
Grünen, SPD und weiteren Stakeholdern (Protokoll im Anhang)

9.2.2017
2. Angebot: Torstraße 210, derzeit noch vermietet, Nutzung ab
1.6. voraussichtlich möglich, 144 qm (Besichtigung steht noch aus, da die
WBM um Diskretion gebeten hat, Räume Memhardstraße und Torstraße liegen 2
km auseinander, aus fachlichen Gründen unmöglich­ Zielgruppenansprache
nicht gewährleistet)

13.2.17 Strategieplanung mit Hannes Wolf, Henry (?) DBSH sowie
Mitgliedern der Grünen­ Abgeordnetenhausfraktion: Katrin Schmidberger ,
Fatoc Topac und Grünen BVV­ Mitte­ Fraktion Taylan Kurt und Frank
Bertermann 

21.2.17
Gespräch mit Sven Diedrich, persönlicher Referent Senatorin
Lompscher (Die Linke), WBM und Inselgalerie im Klik. Unsere Frage: Weshalb
kein Baustopp möglich, blieb unbeantwortet. KLIK stellt Legitimität des
Verfahrens der intransparenten Bauplanung und Nutzungskonzepterstellung in
Frage; widerspricht den Rot­ Rot­ Grünen Leitlinien; Kommunale
Wohnungswirtschaft muss auf diese Linie verpflichtet werden können, das
oberstes Ziel der Geschäftsführung dürfe nicht Gewinnerzielung lauten;
daher lautet Forderung weiterhin: Standorterhaltung vor Standortwechsel;
Wenn Standortwechsel zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr abzuwenden ist,
dann Aussetzung der Sanierungs­ und Modernisierungsmassnahmen, bis
angemessene Ersatzräume für Inselgalerie und KLIK gefunden sind und beide
Einrichtungen umgezogen sind; Es bedarf der finanziellen Unterstützung der
Organisationen durch den Senat zwecks Sicherung der laufenden Arbeit/
Sicherstellung der Erfüllung des gesellschaftlichen Auftrags; 

27.02. 2017
Gespräch mit Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und
Soziales, Ephraim Gothe (SPD) und Frank Bertermann (BVV­ Mitte, Bündnis
90/die Grünen) zum Sachstand. Da keine geeigneten Ersatzräume vorhanden
sind und das BA Mitte KLIK aufgrund der Bedarfslage am Standort halten
möchte, wird Gothe unsere Forderung – Weiternutzung der bisherigen Räume
nach Strangsanierung bei kurzzeitiger Schließung der Einrichtung für max.
6 Wochen,in diesem Zeitraum nur mobile Beratung bei Verzicht der WBM auf
umfassende Modernisierungsmaßnahmen; Abschluss eins langfristigen
Mietvertrags auf der Basis der finanziellen Möglichkeiten von Klik e.V.
( Zielwert Mietzins max. 7,50 EUR/ qm Nettokalt bzw. 10 EUR/ warm für eine
Nutzfläche von 270 qm)­ gegenüber der Geschäftsführung der WBM vertreten.
Er wird um Darlegung und Erläuterung des Bau­ und Zeitplanes bitten.

Aktuelles Protokoll des Runden Tisches vom 07.02.17

Das Protokoll des Runden Tisches vom 07. Februar in den Räumen der WBM ist nun fertig und hier nachzulesen.

Über einen möglichen weiteren Runden Tisch halten wir Sie hier selbstverständlich auf dem Laufenden.

Solidaritätsbekundung der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin

Immer mehr Akteur*innen zeigen Ihre Solidarität in Form von Solidaritätsschreiben, die an zuständige Politiker*innen sowie die WBM gehen. Hier ist das Statement der Katholischen Hochschule für Sozialwesen nachzulesen.

Pressemitteilung der Koepjohann’schen Stiftung

Immer mehr Institutionen beziehen öffentlich Stellung hinsichtlich der Kündigung unserer Räumlichkeiten. Hier ist die Pressemitteilung der Koepjohann’schen Stiftung, die langjährige Förderin des Klik ist.

Solidaritätsbekundung der Stiftung SPI

Die Stiftung SPI hat uns eine Solidaritätsbekundung verfasst, die hier nachgelesen werden kann.

Artikel im Neuen Deutschland

Obdachlosenhilfe wird obdachlos

Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Berlin­Mitte kündigt »Klik« den Mietvertrag. Wer Stammgast in der Torstraße 205 in Mitte ist, der lebt mit großer Wahrscheinlichkeit auf der Straße. Denn hier befindet sich »Klik«, eine Einrichtung, die junge Obdachlose berät. Doch nun will die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Berlin­Mitte (WBM) der »Klik« den Mietvertrag bis Mai kündigen. Die benachbarte Fraueninitiative »Inselgalerie« trifft es sogar noch härter: sie
muss schon bis Ende Februar ausgezogen sein.
Die Wohnungsbaugesellschaft argumentiert, dass sie ab Mitte März eine dringend notwendige Sanierung durchführen müsse. Wenn die Gebäude saniert sind, passt die Obdachlosenberatung offenbar nicht mehr in das Konzept der Wohnungsbaugesellschaft für die Torstraße.
Die Kündigung stellt die »Klik« vor ein großes Problem. Freie Arbeitsflächen in Berlin zu finden, ist ohnehin schwer. Obendrein stellt der Verein auch noch spezielle Anforderungen: »Wir sind eine sehr niedrigschwellige Anlaufstelle«, sagt »Klik«­Mitarbeiterin Anett Leach, »Wenn wir irgendwo im fünften Stock sitzen, dann finden die Leute einfach nicht zu uns.« Obdachlose seien eben »hard to reach clients«, also eine schwer zu erreichende Klientel.
Die Ausweichobjekte, die die Wohnungsbaugesellschaft Berlin­Mitte dem Verein vorgeschlagen hat, kommen deshalb nicht in Frage, sagt Leach.Die Suche nach anderen Standorten geht dennoch weiter. Sogar mehr Geld hat die »Klik« der
WBM geboten, um nach der Sanierung weiter in den Räumlichkeiten bleiben zu können. Das habe allerdings auch nichts geändert.
Leach vermutet, dass ihr Vermieter eine neue Strategie für die Flächen plane und lieber den Einzelhandel als eine Obdachloseneinrichtung in ihren Räumlichkeiten sehen würde. Und tatsächlich gibt die Wohnungsbaugesellschaft Berlin ­Mitte auf Nachfrage an, die Grundrisse im Erdgeschoss für den Einzelhandel optimieren zu wollen. Nach der Sanierung der Gebäude in derTorstraße stellt sich der Vermieter hier Einheiten für »Handel, Kultur und Dienstleistungen« vor.
Die Verdrängung der »Klik« inspiriert nun sogar die FDP zu ungewohnt sozial orientierter Kritik: Aus Sich des FDP­Abgeordneten Thomas Seerig verdeutlicht die »Verdrängung« des Vereins die große Kluft zwischen den vom rot­rot­grünen Senat formulierten sozialen Ansprüchen und der Realität. Soziale Träger kündigen und dann »bessere Mieter« suchen, das sei die Realität der Wohnungsbaugesellschaft Berlin­Mitte, sagte Seerig.
Die Wohnungsbaugesellschaft sieht das anders und verweist immer wieder darauf, wie wenig die »Klik« zahlen müsse, um die Räumlichkeiten nutzen zu können. Bis Redaktionsschluss stand Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) für eine Stellungnahme nicht zur Verfügung. Dabei könnte die Senatsverwaltung großen Einfluss auf die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft ausüben.
Anett Leach befürchtet, dass die Obdachlosenberatung bald selbst obdachlos ist, wenn sich in dem Streit nichts tut. Dann würde man die Beratungsstelle nicht mehr weiter betreiben können. »Die Hoffnung stirbt aber zuletzt«, sagt sie und lacht.
Der Verein »Klik« bietet Wohnungslosen im Alter bis 27 Jahren konkrete Hilfestellung an, etwa Essen und Kleidung, die Möglichkeit zum Duschen oder Wäschewaschen, aber auch Beratung aller Art. Seit Dezember 2016 gibt es zweimal pro Woche ein Nachtcafé mit Übernachtungsmöglichkeiten. Das Hilfsprojekt arbeitet ­ in unterschiedlicher Struktur ­ seit 1994.
Finanziert wird es vor allem aus Stiftungsgeldern.

Quelle: Yves Bellinghausen 22.02.2017 / Berlin
Neues Deutschland

Schriftwechsel bezüglich der Kündigung

Wir gehen mit allen uns bekannten und gegebenen Mitteln und Möglichkeiten gegen die möglichen Konsequenzen unserer Raumkündigung durch die WBM vor. Wie bereits hier berichtet wurde, fand ein runder Tisch mit Politiker*innen, WBM Mitarbeitenden sowie Mitarbeiter*innen des Klik sowie der Inselgalerie statt. Um unser Ziel der Standorterhaltung oder eines adäquaten Ersatzes für unsere Räumlichkeiten zu erreichen, bedarf es jeder Menge Kontaktaufnahmen von Politiker*innen sowie Verhandlungen mit der WBM.

Wir wollen unser politisches Handeln so transparent wie möglich machen. Aus diesem Grund stellen wir einige unserer   Schrifwechsel bzw. der unserer Sympathisant*innen online. Im folgenden findet ihr den Brief von unseren Beiräten Dr. Jankowski und Dr. Römermann an die Senatsverwaltung für Finanzen sowie an die WBM.

Hier ist eine unserer ersten Reaktionen auf das Kündigungsschreiben nach zu lesen.

Auch die FDP interessiert sich als Opposition für die Belange des Klik und sieht es als wichtiges Projekt in Mitte an. Der FDP Abgeordnete Thomas Seering reichte Ende Januar eine schriftliche Anfrage an das Abgeordneten Haus Berlin ein. Dabei ging es um die Wohnungslosenhilfe für junge Menschen im Allgemeinen sowie um die Frage zur Wichtigkeit des Kliks im Speziellen. Klar ist: Das Klik muss seine Arbeit fortführen können!

Neuer DPA Artikel

Hilfsprojekt für Obdachlose in Berlin fürchtet um Zukunft

Rot-Rot-Grün will aus Berlin eine sozialere Stadt machen. Was als große Linie klar scheint, stellt sich im Detail als schwierig dar. Gerade wird ein Sozialverein vor die Türe gesetzt – von einer landeseigenen Gesellschaft.

Berlin (dpa/bb) – Das Berliner Hilfsprojekt Klik für junge Obdachlose fürchtet um seine Zukunft. Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) habe den Mietvertrag für die Räume in der Torstraße zum 31. Mai wegen Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten gekündigt, sagte Projektleiterin Anett Leach am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Gespräche über Ersatzräume hätten kein Ergebnis gebracht, bisherige Angebote seien zu teuer oder ungeeignet. Zudem fehle für den Verein jede Rückkehrperspektive.

«Wir fordern einen Erhalt des Standortes», betonte Leach. Eine Verlagerung im Zuge des «Zwangsumzugs» sei nur dann akzeptabel, wenn sich für den Verein eine Verbesserung ergebe. «Das ist bisher nicht erkennbar.» Leach sieht auch den rot-rot-grünen Senat in der Pflicht. Der habe schließlich eine sozialere Mieterpolitik angekündigt, und die WBM gehöre dem Land. «Wir wünschen uns da mehr Engagement.»

WBM-Sprecherin Steffi Pianka sagte, man sei mit dem Verein noch in der Diskussion. «Wir suchen händeringend nach Lösungen für unsere sozialen Mieter.» Die fraglichen Räumlichkeiten seien relativ groß, die WBM wolle sie effizienter gestalten und verkleinern.

Der Verein Klik bietet Wohnungslosen im Alter bis 27 Jahren konkrete Hilfestellung an, etwa Essen und Kleidung, die Möglichkeit zum Duschen oder Wäschewaschen, aber auch Beratung aller Art. Im Winter gibt es zweimal pro Woche ein Nachtcafé mit Übernachtungsmöglichkeiten. Das Hilfsprojekt arbeitet – in unterschiedlicher Struktur – seit 1994. Finanziert wird es vor allem aus Stiftungsgeldern.

Aus Sicht des FDP-Politikers Thomas Seerig verdeutlicht die «Verdrängung» des Vereins die große Kluft zwischen den von Rot-Rot-Grün formulierten sozialen Ansprüchen und der Realität. «Soziale Träger kündigen, Gesprächswünsche über Alternativen ignorieren und nach der Sanierung vermutlich «bessere» Mieter suchen. Das ist die Realität bei der WBM, Partner des Bündnisses für soziale Wohnungsbaupolitik und bezahlbare Mieten», sagte das Mitglied des Abgeordnetenhauses der dpa. Der Senat nehme das widerspruchslos hin.

In einer Antwort der Verwaltung von Jugendsenatorin Sandra Scheeres (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage Seerigs heißt es, der Verein Klik leiste einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung gesundheitlicher Chancen und gesellschaftlicher Teilhabe wohnungsloser junger Menschen. «Die für Jugend zuständige Senatsverwaltung wird in Abstimmung mit dem Bezirk Kontakt zum Träger und der WBM GmbH aufnehmen und alle Unterstützungsmöglichkeiten prüfen, um sich für den Erhalt des Kontaktladens einzusetzen.»

Mit freundlicher Genehmigung der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH, Hamburg, www.dpa.de

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